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Das Ionenstrahl-Therapiezentrum in Marburg

Das Ionenstrahl-Therapiezentrum in Marburg

Gründung der Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum GmbH vollzogen

Universitätsklinikum Heidelberg hält 75,1 Prozent, die Rhön Klinikum AG 24,9 Prozent der Anteile / MIT GmbH hat vom Siemenskonzern die Anlage erworben / Der erste Patient wird voraussichtlich Ende 2015 behandelt

Das Universitätsklinikum Heidelberg hat sich mit dem Land Hessen, der Rhön Klinikum AG, den Universitäten Marburg und Heidelberg, dem Universitätsklinikum Marburg sowie der Siemens AG vertraglich auf die Inbetriebnahme der Partikeltherapieanlage am Standort Marburg geeinigt. Dazu hat das Universitätsklinikum Heidelberg mit der Rhön Klinikum AG am 22. September 2014 eine gemeinsame Betreibergesellschaft Marburger Ionenstrahl-Therapie-Betriebs-Gesellschaft des Universitätsklinikums Heidelberg mit beschränkter Haftung gegründet, an der das Universitätsklinikum Heidelberg 75,1 Prozent, die Rhön Klinikum AG 24,9 Prozent der Anteile halten. Zu Geschäftsführern wurden Professor Dr. Dr. Jürgen Debus, Ärztlicher Direktor des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums HIT und der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie am Universitätsklinikum Heidelberg, sowie Markus Jones, Leiter Abteilung Rechts- und Drittmittelmanagement am Universitätsklinikum Heidelberg, bestellt. Professor Dr. Thomas Haberer, Wissenschaftlich-technischer Direktor des HIT, wird diese Funktion auch in der Marburger Ionenstrahl-Therapie Betriebs GmbH innehaben. Die MIT GmbH hat ebenfalls zum 22. September 2014 vom Siemenskonzern die Anlage erworben.

Die hochinnovative Partikeltherapietechnologie, mit welcher im HIT bereits mehr als 2000 Patienten behandelt wurden, steht somit auch im MIT an vier Behandlungsplätzen für die Patientenversorgung, klinische Studien und Forschungsarbeiten zur Weiterentwicklung der Methode zur Verfügung. Die ersten Patienten werden in der Verantwortung des Universitätsklinikums Heidelberg voraussichtlich Ende 2015 behandelt. Hierfür kommen drei Behandlungsplätze mit horizontaler Strahlrichtung und eine geneigte Strahlführung zum Einsatz.

"Wir freuen uns, dass es zu einer Einigung zwischen allen Partnern gekommen ist und die ersten Patienten voraussichtlich noch 2015 bestrahlt werden können", erklärte Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Heidelberg. "Mit dieser Einigung ist ein Signal für die innovative Krebsbehandlung in Deutschland gesetzt worden", sagte Professor Dr. Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. "Wir freuen uns, die Kompetenzen am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum nun auch an einem zweiten Standort zusammen mit unseren hessischen Partnern zum Wohle der Patienten einsetzen zu können. Über den zentralen Aspekt der Behandlung hinaus richten wir den Blick insbesondere auch auf die Forschung, die auf höchstem wissenschaftlichen Niveau zusätzliche Impulse für aktuelle Forschungsfragen erwarten lässt", betonte der Rektor der Universität Heidelberg, Prof. Dr. Bernhard Eitel.

"Der gefundene Kompromiss ist eine sehr gute Lösung für alle Beteiligten", sagte Hermann Requardt, CEO Siemens Healthcare und Mitglied des Vorstands der Siemens AG. "Mit dieser Partikeltherapieanlage rückt das Universitätsklinikum Marburg in die weltweite Spitzengruppe medizinischer Forschung und Therapie in der Onkologie auf."

"Die Verträge sind unterzeichnet, die Arbeit kann beginnen. Wir freuen uns, dass nunmehr nach harter Arbeit und einem konstruktiven Miteinander alle vertraglichen Grundlagen geschaffen sind, um die Partikeltherapieanlage auf den Marburger Lahnbergen im Herbst 2015 starten zu können. Wir haben immer an den Erfolg dieses Projektes geglaubt und konzentrieren uns nun darauf, künftig viele Patienten mit dieser herausragenden neuen Technologie behandeln zu können. Wir werden damit ein medizinisches Ausrufezeichen setzen. Heute ist ein guter Tag für Marburg und viele an Krebs erkrankte Menschen! Wir danken deshalb allen, die in schwieriger Zeit Kurs gehalten haben. Im Ergebnis hat die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Land Hessen Früchte getragen", sagten das Mitglied des Vorstandes der RHÖN-KLINIKUM AG, Martin Menger und der Kaufmännische Geschäftsführer des Universitätsklinikums Marburg, Dr. Gunther K. Weiß.

"Die Philipps-Universität Marburg und ihr Fachbereich Medizin freuen sich auf die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Wir können so die Expertise unseres onkologischen Forschungsschwerpunkts für die Entwicklung avancierter Krebstherapie nutzbar machen. Die Partikeltherapie wird damit endlich Patienten in Marburg zugutekommen", sagte Prof. Dr. Katharina Krause, Präsidentin der Philipps-Universität Marburg.